
Jahresbrief der Stiftung Kindergsundheit 2011


TigerKids – Kindergarten aktiv – ein neues Modul bringt Entspannung
Eltern, Erzieher, Lehrer und Ärzte berichten immer häufiger über Kinder, die unruhig und ruhelos sind, sich nicht anhaltend konzentrieren können und leicht ablenken lassen. Auch aggressives Verhalten, Kontaktschwäche, Nervosität sowie Ängste verschiedenster Art treten häufig auf. Veränderte Lebensbedingungen von Kindern, die immer mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen, Reizüberflutung, Schnelllebigkeit und hohe schulische Anforderungen mögen dazu beitragen.
Kinder brauchen Bewegung und Ruhe, (An-)Spannung und Entspannung, damit sie sich physisch und psychisch gesund entwickeln können.
Entspannung ist wichtig, um Anforderungen bewältigen und Ruhe finden zu können.
Der Kindergarten ist ein idealer Ort für eine Vermittlung von Entspannungstechniken, denn hier werden Grundlagen der Entwicklung vielfältiger Fertigkeiten des Kindes gelegt!
Das in Zusammenarbeit mit der Universität Karlsruhe neuentwickelte Entspannungsmodul im Projekt „TigerKids – Kindergarten aktiv“ bringt Kindern Entspannung ohne therapeutische Absichten und zeigt in der Evaluation sehr positive Effekte.
Schon die Kleinsten im Kindergarten finden Entspannung mit Fantasiegeschichten und Traumreisen, spielerischer Körpermassage und progressiver Muskelentspannung, mit kindgerechtem autogenen Training, Atemübungen und Meditation. Näheres unter www.tigerkids.de

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern & Jugendlichen
"ADHS in unserer Gesellschaft - wie wir damit umgehen können" war das Thema des diesjährigen wissenschaftlichen Symposiums der Stiftung Kindergesundheit in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinderhilfe e.V., unter Schirmherrschaft von Staatssekretärin Melanie Huml, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.
ADHS ist die häufigste Verhaltensstörung bei Kindern. Es ist charakterisiert durch Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivität mit Beginn vor dem Alter von 6 Jahren. Betroffene Kinder und Jugendliche zeigen Unaufmerksamkeit, Überaktivität und oft unberechenbares, impulsives Verhalten, wie es der "Zappelphilipp" aus dem "Stuwwelpeter" darstellt.
Welche Belastungen ergeben sich für Eltern, Erzieher und Lehrer im Umgang mit ADHS? Wird ADHS zu häufig diagnostiziert? Wie können Fehldiagnosen und falsche Behandlung vermieden werden? Wie können Ärzte wirksam behandeln, und wann ist die Unterstützung durch Psychologen ratsam? Über diese und weitere Fragen, soziale, psychologische und medizinische Hintergründe, aktuelle klinische Aspekte und gesicherte Therapien berichteten renommierte Wissenschaftler und diskutierten mit ca. 200 Fachleuten aus unterschiedlichen Berufsgruppen.
Die Tagung war mit den Zielen verknüpft, den interdisziplinären Diskurs über Forschung und Praxis voranzubringen und konkrete Vorschläge zur Verbesserung der fachlichen Kooperation und der Situation der Betroffenen zu erarbeiten.
Erreicht haben wir eine Information von Fachpublikum und Öffentlichkeit über:
- den aktuellen Forschungsstand zur Neurobiologie der ADHS;
- die Evidenz zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze und daraus resultierende Behandlungsempfehlungen;
- die medikamentösen Behandlungsstrategien;
- den Zusammenhang zwischen Omega-Fettsäuren und ADHS;
- die wissenschaftlichen Befunde zu Vorkommen, Verlauf, Konsequenzen, Diagnostik und Diagnosensicherheit, zu häufig begleitenden Störungen und zu aktuellen neurowissenschaftlichen Befunden;
- eine aktuelle Psychotherapiestudie zur Behandlung der ADHS bei Kindern und betroffenen Müttern an der Universität Würzburg;
- die Schwierigkeiten und Hindernisse, ADHS in den Praxisalltag niedergelassener Kinder- und Jugendärzte einzubeziehen aber auch über die Vorteile: für die Versorgung und Vernetzung betroffener Kinder und deren Familien;
- die Verbesserung der Versorgung von Betroffenen und ihren Familien in der organisierten Selbsthilfe.
Diskussion mit Zielsetzung zur Verbesserung einer stärkeren Vernetzung und Information.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Ihnen allen danken wir für Ihre Unterstützung in diesem Jahr!
Damit wir weiterhin erfolgreich arbeiten können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen.
Bitte helfen Sie mit, damit wir Kindern helfen können!
Spendenkonto Nr.: 520 55 520, BLZ: 700 202 70 Hypovereinsbank München
Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen für das neue Jahr!
Univ.-Prof. Dr. med. Berthold Koletzko
Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit
c/o Dr. von Haunersches Kinderspital
Klinikum der Universität München
Lindwurmstr. 4, 80337 München
info(at)kindergesundheit.de
