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Stiftung Kindergesundheit
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Überblick Impfungen

Der jährlich neu veröffentlichte Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt Ihnen einen Überblick über die empfohlenen Standardimpfungen.

Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sind Kombinationsimpfstoffe zu empfehlen. Zur gleichzeitigen Gabe von Impfstoffen sind die Angaben der Hersteller zu beachten. Der Zeitpunkt der empfohlenen Impfungen wird in Monaten und Jahren angegeben. Die Impfungen sollten zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

 

Für einen dauernden Impfschutz ist es von besonderer Bedeutung bei der Grundimmunisierung die empfohlenen Mindestabstände zwischen vorletzter under letzter Impfung nicht zu unterschreiten. Dies sind in der Regel 6 Wochen.

Unabhängig von den in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Impfterminen sollten, wann immer eine Arztkonsultation erfolgt, die Impfdokumentation überprüft und fehlende Impfungen nachgeholt werden.

 

In der frühen Kindheit besteht eine besondere Gefährdung. Aus diesem Grund sollten empfohlene Impfungen für Säuglinge als Grundimmunisierung möglichst frühzeitig durchgeführt und bis zum Alter von 14 bzw. 23 Monaten abgeschlossen sein. 

 

Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sind versäumte Impfungen nachzuholen. Die Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b (Hib) wird nur bis zum 5. Geburtstag und die Pneumokokken-Impfung nur bis zum
2. Geburtstag nachgeholt. Die Rotaviren-Impfung (RV) muss bis zum Alter von 24 bzw. 32 Lebenswochen abgeschlossen sein.

 

Die nachfolgenden Impfkalender für Säunglinge und Kleinkinder (Tabelle1) sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Tabelle 2) umfassen  Impfungen zum Schutz vor:

  • Tetanus (T)
  • Diphtherie (D/d)
  • Pertussis (aP/ap) (Keuchhusten)
  • Haemophilus influenza Typ b (Hib)
  • Poliomyelitis (IPV)
  • Hepatits B (HB)
  • Pneumokokken
  • Rotaviren
  • Meningokokken C
  • Masern
  • Mumps, Röteln (MMR)
  • Varizellen (Windpocken)
  • humane Papillomviren (HPV)
  • Influenza (Grippe)
Erläuterungen
G Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1 - G4)
A Auffrischung
S Standardimpfung
N Nachholimpfung (Grundimmunisierung alle noch nicht Geimpften bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfung)




Tabelle 1
Impfkalender (Standardimpfungen) für Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre
Impfung Alter in Wochen Alter in Monaten
  6 2 3 4 11 - 14 15 - 23
Tetanus   G1 G2 G3 G4 N
Diphtherie   G1 G2 G3 G4 N
Pertussis (Keuchhusten)   G1 G2 G3 G4 N
Haemophilus influenzae Typ b   G1 G2 a) G3 G4 N
Poliomyelitis (Kinderlähmung)   G1 G2 a) G3 G4 N
Hepatitis B   G1 G2 a) G3 G4 N
Pneumokokken   G1 G2 G3 G4 N
Rotaviren G1 b) G2 (G3)  
Meningokokken   G1 (ab 12 Monaten)
Masern   G1 G2
Mumps, Röteln   G1 G2
Varizellen (Windpocken)   G1 G2

a) Bei Anwendung eines monovalenten Impfstoffes kann diese Dosis entfallen.

b) Die 1. Impfung sollte bereits ab dem Alter von 6 Wochen erfolgen, je nach verwendetem Impfstoff sind 2 bzw. 3 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen erforderlich.


Tabelle 2
Impfkalender (Standardimfpungen) für Kinder ab 2 Jahre, Jugenliche und Erwachsene
Impfung Alter in Jahren
  2 - 4 5 - 6 9 - 11 12 - 17 ab 18 ab 60
Tetanus

N

A1 A2 A (ggf. N) Auffrischimpfungen jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangenen Dosis. Die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap- bzw. bei entsprechender Indikation als Tdap-IPV-Kombinationsimpfung.
Diphtherie

N

A1 A2
Pertussis

N

A1 A2
Haemophilus influenzae Typ b

N

 
Poliomyelitis

N

A1

ggf. N

Hepatitis B

N

 
Pneumokokken   S c)
Meningokokken C

N

 
Masern

N

S d)  
Mumps, Röteln

N

 
Varizellen

N

 
Influenza   S (jährlich)
Humanes Papillomvirus (HPV)   S e)  

c) Einmalige Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff, Auffrischimpfung nur für bestimmte Indikationen empfohlen

d) Einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenen Personen >18 Jahren mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Imfpung in der Kindheit, vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff

e) Standardimpfung für Mädchen und junge Frauen


Diphtherie (D/d):

Ab einem Alter von 5 bzw. 6 Jahren wird bei Auffrischimpfungen und zur Grundimmunisierung ein Impfstoff mit reduziertem Diphtherietoxoid-Gehalt (d) verwendet, in der Regel kombiniert mit Tetanustoxoid und Pertussis-Antigen oder weiteren indizierten Antigenen.

 

Haemophilus influenzae Typ b (Hib):

Ab einem Alter von 5 Jahren ist eine Hib-Impfung nur in Ausnahmefällen indiziert.

Für die einzelnen Impfungen der Grundimmunisierungvsollte - wenn möglich - ein Impfstoff mit gleichem Trägerprotein verwendet werden.

 

Hepatitis B (HB):

Eine Wiederimpfung 10 Jahre nach Impfung im Säuglingsalter ist derzeit für Kinder und Jugendliche, die keiner Risikiogruppe angehören, nicht generell empfohlen.

 

HPV (Humane Papillomviren):

Zur Reduktion der Krankheitslast durch den Gebärmutterhalskrebs empfiehlt die STIKO eine generelle Impfung gegen humane Papillomviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Impfung mit 3 Dosen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Die genaue Dauer der Immunität nach Verabreichung aller Impfstoffdosen ist derzeit noch nicht bekannt. Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden.

"Geimpfte Personen sind darauf hinzuweisen, dass die Impfung mit einem der aktuell verfügbaren Impfstoffe gegen humane Papillomviren nicht gegen alle potenziell onkogenen HPV-Typen schützt und dass deshalb die Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs unverändert in Anspruch genommen werden müssen."

 

Masern, Mumps, Röteln (MMR):

Im Alter von 11 - 14 Monaten sollte diese Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt werden. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres findet dann auch die zweite Impfung statt, um den frühestmöglichsten Infektionsschutz zu erlangen.

 

Sollte das Kind in einer Kindereinrichtung untergebracht werden, ist eine Impfung auch vor dem 12. Lebensmonat (nicht jedoch vor dem 9. Lebensmonat) möglich, wobei die Nachimpfung dann gleich zu Beginn des 2. Lebensjahres durchgeführt werden muss, da persistierende mütterliche Antikörper im 1. Lebensjahr die Impfviren neutralisieren könnten.

In folgenden Situationen kann die erste MMR-Impfung unter Berücksichtigung der mütterlichen Immunität und der gegebenen epidemiologischen Situation bereits ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen:

  • bevorstehende Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung,
  • nach möglichem Kontakt zu Masernkranken

 

Für eine Impfung gegen MMR bei Säuglingen unter 9 Monaten fehlen aussagekräftige Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit. 

 

Meningokokken:

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C mit einem konjugierten Meningokokken-C-Impfstoff für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt.

Die Grundimmunisierung von Kindern im 2. Lebensjahr gegen Meningokokken erfolgt mit einer Dosis Konjugatimpfstoff. Bis zum 18. Geburtstag soll eine fehlende Impfung nachgeholt werden.

Zur gleichzeitigen Gabe mit anderen Impfstoffen verweist die STIKO auf die jeweiligen Fachinformationen.

Primäres Impfziel ist es, die Morbidität invasiver Meningokokken-Erkrankungen der Serogruppe C und die resultierenden Folgen wie Hospitalisierung, schwere Komplikationen, Behinderung und Tod zu reduzieren.

 

Pertussis (aP) (Keuchhusten):

Die Grundimmunisierung der Säuglinge und Kleinkinder beginnt zum frühestmöglichen zeitpunkt bereits unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats und sollte dann zeitgerecht fortgeführt werden.

Auffrischung sind mit 5 bis 6 Jahren und 9 und 17 Jahren empfohlen. Ab dem Alter von 5 bis 6 Jahren werden Impfstoffe mit einem reduziertem Pertussis-Antigengehalt (Tdap oder Tdap-IVP) verwendet - sowohl zur Auffrischung als auch ggf. frü eine nachzuholende Grundimmunisierung.

 

Für alle Erwachsenen empfiehlt die STIKO die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung zu verabreichen (bei entsprechender Indikation als Tdap-IPV-Kombinationsimpfung).

Im Zusammenhang mit erkannten Pertussis-Häufungen kann auch bei vollständig geimpften Kindern und Jugendlichen mit engem Kontakt zu Erkrankten im Haushalt oder Gemeinschaftseinrichtungen eine Impfung erwogen werden, wenn die letzte Impfung länger als 5 Jahre zurückliegt.

Speziell vor Geburt eines Kindes bzw. für Frauen im gebärfähigen Alter sollte überprüft werden, ob ein adäquater Immunschutz (Impfung innerhalb der vergangenen 10 Jahre) gegen Pertussis für enge Haushaltskontaktpersonen und Betreuer des Neugeborenen besteht.

Jede Auffrischung mit Td (auch im Verletzungsfall) sollte Anlass sein, eine mögliche Indikation einer Pertussis-Impfung zu überprüfen und ggf. einen Kommbinationsimpfstoff (Tdap) einzusetzten.

 

Pneumokokken:

Die Grundimmunisierung gegen Pneumokokken mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff soll zum frühestmöglichen Zeitpunkt (für alle Kinder bis 24 Monate) erfolgen. Die STIKO verweist bei gleichzeitiger Gabe mit anderen m Säuglingsalter empfohlenen Impfungen auf die jeweiligen Fachinformationen.

 

Poliomyelitis (IPV) (Kinderlähmung):

Zum Schutz vor Poliomyelitis wird heute ein zu injizierender Impfstoff (IPV = inaktivierte Polio-Vakzine) empfohlen, ggf. als Kombinationsimpfstoff. Eine Auffrischung erfolgt dann im Alter von 9 - 17 Jahren mit einem Impfstoff, der IPV enthält.

 

Rotaviren (RV)

Die Impfung gegen RV ist ein Schluckimpfung mit einem oralen Lebendimpfstoff. Je
nach verwendetem Impfstoff werden ab dem Alter von 6 Wochen 2 (Rotarix®) bzw. 3 Dosen (RotaTeq®) in einem Mindestabstand von 4 Wochen verabreicht. Es besteht ein
möglicherweise geringfügig erhöhtes Risiko für Darminvaginationen (ca. 1 – 2 Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder) innerhalb der 1. Woche nach der 1. RV-Impfung, das mit dem
Alter zunimmt.
Daher empfiehlt die STIKO dringend, die Impfserie frühzeitig - spätestens bis zum Alter
von 12 Wochen - zu beginnen und vorzugsweise bis zum Alter von 16 Wochen (Rotarix®) bzw. von 20 – 22 Wochen (RotaTeq®) abzuschließen. Die Impfserie muss für Rotarix® auf jeden Fall bis zum Alter von 24 Wochen und für RotaTeq® bis zum Alter von 32 Wochen abgeschlossen sein.

 

Varizellen (Windpocken):

Die 1. Dosis der Impfung gegen Varizellen wird in der Regel im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt, simultan mit der 1. MMR-Impfung oder frühestens 4 Wochen nach dieser.

"Für die erste Impfung gegen Varizellen und Masern, Mumps und Röteln sollte die simultane Gabe von Varizellen-Impfstoff und MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen bevorzugt werden. Grund für diese Empfehlung ist das leicht erhöhte Risiko von Fieberkrämpfen 5 bis 12 Tage nach der Gabe des kombinierten MMRV-Impfstoffs im Vergleich zur simultanen Impfung mit Varizellen- und MMR-Impfstoff. Dies wurde nur bei der Erstimpfung beobachtet." [...] "Die 2. Impfung gegen Varizellen
sollte im Alter von 15 – 23 Monaten verabreicht werden und kann mit einem MMRV-Kombinations impfstoff erfolgen." (Zitat aus: Robert-Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin Nr. 34, S. 318).

  

Hinweise zu Indikationsimpfungen - für Risikogruppen bei individuell erhöhtem Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko:

 

FSME (Frühsommermeningoenzephalitis):

FSME-Erkrankungen verlaufen bei Kinder i.d.R. leichter als bei Erwachsenen, meistens als Meningitis (selten als Enzephalitis). Bei einer Impfung für unter 3 Jahren wird eine besonders sorgfältige Indikationsstellung empfohlen.

 

FSME-Risikogebiete in Deutschland in der Saison: April bis November:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
    (außer dem größten Teil Schwabens und dem westlichen Teil Oberbayerns)
  • Hessen
    (
    Landkreise Odenwald, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Marburg-Biedenkopf, Groß-Gerau, LK und SK Offenbach, Main-Kinzig-Kreis und der Stadtkreis Darmstadt)
  • Rheinland-Pfalz
    (
    Landkreis Birkenfeld)
  • Saarland
    (LK Saar-Pfalz-Kreis)
  • Thüringen
    (Landkreise Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Hildburghausen, Sonneberg und die Stadtkreise Jena und Gera)

 

Lassen Sie sich von Ihrem Kinder- und Jugendarzt/Hausarzt über einen eventuell notwendigen FSME-Impfschutz beraten. Falls Ihr Wohnort in einem als Risikogebiet ausgewiesenen Landkreis liegt, übernehmen die Krankenkassen normalerweise die Kosten für die FSME-Impfung.

 

Influenza (Grippe):

Als jährliche Impfung im Herbst (mit einem Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination) ist diese Impfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu empfehlen, die infolge eines Grundleidens, wie z. B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inkl. Asthma und COPD), chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zelluärer Restfunktion oder HIV-Infektion gesundheitlich verstärkt gefährdet sind.

Als Standardimpfung gilt die Influenza-Impfung für alle Personen über 60 Jahre sowie für das medizinische Personal im Allgemeinen.

Die Imfpung wird empfohlen für alle Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon sowie für chronische neurologische Krankheiten, z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben.

Auch wenn Epidemien auftreten oder zu befürchten sind, können flächendeckende Impfungen gegen Influenza sinnvoll sein.

 

Meningokokken-Infektionen (Gruppen A, C, W135, Y):

Diese Impfung sollte bei gesundheitlich besonders gefährdeten Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion durchgeführt werden. Die Impfung erfolgt mit 4-valentem Konjugatimpfstoff (Serogruppen A, C, W135, Y) sofern für die Altersgruppe zugelassen. a)/b)

 

Als Impfung aufgrund von Reisen wird diese Impfung insbesondere auch Schülern und Studenten empfohlen, die sich längere Zeit "in Länder mit empfohlener allgemeiner Impfung" (z. B. Schulaufenthalt in Großbritannien) aufhalten. a)/c)

 

a) "Derzeit (Stand 23.7.20123 ist ein 4-valenter Konjugatimpfstoff ab dem Alter von 1 Jahr [...] und ein weiterer [...] ab dem Alter von 2 Jahren zugelassen."

b) "Besteht die Indikation bei einem Kind im ersten Lebensjahr, wird nur die Impfung mit einem Menigokokken-C-Konjugatimpfstoff ab einem Alter von 2 Monaten empfohlen. Diese sollte aber nach Vollendung des ersten Lebensjahres durch Impfung mit 4-valentem Konjugatimpfstoff ergänzt werden."

c) "Bis zum Alter von 1 Jahr wird je nach aktueller Epidemiologie im Reiseland eine Impfung mit A,C- oder A,C,W135,Y-Polysaccharid-Impfung empfohlen...."

(Zitat aus: Robert-Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin Nr. 34, S. 324).

 

Mumps

Personen, die nach 1970 geboren sind, einen unklaren Impfstatus haben, ohne Impfung sind oder in der Kindheit nur eine Impfung erhalten haben und die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind die oder Kontakt zu Mumpskranken hatten, sollten eine inmalige Impfung erhalten.

 

Pertussis (Keuchhusten):

Sollte kein adäquater Immunschutz vorhanden sein, sollten Frauen im gebärfähigem Alter sowie enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (z. B. Tagesmütter, Babysitter) spätestens 4 Wochen vor Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten.

Hinweis: Ist die Impfung nicht vor der Konzeption vorgenommen, sollte die Mutter bevorzugt nach der Geburt des Kindes geimpft werden.

 

Pneumokokken-Krankheiten:

Auch hier wird eine Indikationsimpfung bei Kindern (ab dem vollendeten 2. Lebensjahr), Jugendlichen und Erwachsenen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung empfohlen:

Infolge einer Grundkrankheit:

  • Angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, wie z.B.: Hypogammaglobulinaemie, Komplement- und Properdindefekte, bei funktioneller oder anatomischer Asplenie, bei Sichelzellenanaemie, bei Krankheiten der blutbildenden Organe, bei neoplastischen Krankheiten, bei HIV-Infektionen, nach Knochenmarktransplantation.
  • Chronische Krankheiten, wie z. B.: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krankheiten der Atmungsorgane (inkl. Asthma und COPD), Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische Nierenkrankheiten / nephrotisches Syndrom, Liquorfistel, vor Organtransplantationen, vor einer immunsuppressiven Therapie.
  • Diese Impfung wird auch empfohlen bei Frühgeborenen (vor vollendeter 37. Schwangerschaftswoche), für Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht (<2500g) und für Säuglinge und Kinder mit Gedeihstörungen und neurologischen Erkrankungen, z. B. Zerebralparesen oder Anfallsleiden.

Gefährdete Kleinkinder (vom vollendeten 2. Lebensjahr bis zum vollendeten 5. Lebensjahr) erhalten eine Impfung mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff.

 

Röteln

Frauen, die ungeimpft sind oder einen unklaren Impfsstatut haben, sollten im gebärfähigem Altern eine zweimalige Impfung bekommen.

 

Varizellen (Windpocken):

Als Indikationsimpfung empfohlen für seronegative Frauen mit Kinderwunsch, seronegative Patienten vor geplanter immunsuppressiver Therapie oder Organtransplantation, seronegative Patienten unter immunsuppressiver Therapie, seronegative Patienten mit Leukämie, empfängliche Patienten mit schwerer Neurodermitis.

 

Kombinationsimpfstoffe sind zu bevorzugen, um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten. Impfstoffe mit unterschiedlichen Antigenkombinationen von D/d, T, aP/ap, HB, Hib, IPV sind verfügbar. Bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen sind die Angaben des Herstellers zum Impfalter und zu den Impfabständen zu beachten.

Abweichungen vom empfohlenen Impfalter sind natürlich möglich, manchmal auch notwendig. Wichtig ist es, die für den Aufbau eines Impfschutzes notwendigen Zeitabstände zwischen den Impfungen zu berücksichtigen.

 

Zusätzliche Hinweise:

Das Epidemiologische Bulletin Nr. 34 (Stand 26. August 2013) des Robert Koch-Instituts enthält weitere Tabellen mit Empfehlungen zu Nachholimpfungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit unvollständigem oder unbekanntem Impfstatus: www.rki.de

 

Unsere Tipps:

Grundsätzlich ist der Kinderarzt in Deutschland für die Impfaufklärung und Beratung zuständig. Deshalb sollten Sie jeden Besuch beim Arzt nutzen, den Impfpass Ihres Kindes überprüfen zu lassen und ggf. fehlende Impfungen nachzuholen. Planen Sie eine Reise in ferne Länder? Dann denken Sie rechtzeitig auch an notwendige und empfohlene Indikationsimpfungen wie z.B. Hepatitis A. Hier gibt es internationale Gesundheitsvorschriften (z. B. Gelbfieber-Impfung).

 

Quelle: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission [STIKO] am Robert-Koch-Institut / Stand: August 2013, Epidemiologisches Bulletin Nr. 34.

Unsere Empfehlung:

Grundsätzlich ist der Kinderarzt in Deutschland für die Impfaufklärung und Beratung zuständig. Deshalb sollten Sie jeden Besuch beim Arzt nutzen, den Impfpass Ihres Kindes überprüfen zu lassen und ggf. fehlende Impfungen nachzuholen. Planen Sie eine Reise in ferne Länder? Dann denken Sie rechtzeitig auch an notwendige und empfohlene Indikationsimpfungen wie z.B. Hepatitis A. Hier gibt es internationale Gesundheitsvorschriften (z. B. Gelbfieber-Impfung).

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