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Stiftung Kindergesundheit
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Newsletter, Ausgabe Januar 2008

Gesundheit für alle Kinder!

Die Stiftung Kindergesundheit arbeitet seit 10 Jahren im Dienste der Vorbeugung

 

„Kinder sollen körperlich und seelisch gesund aufwachsen können“ – so lautet das zentrale Anliegen der in München beheimateten Stiftung Kindergesundheit. Sie hat sich die Förderung von Prävention zum Ziel gesetzt und feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen.

Die gemeinnützige und unabhängige Stiftung wurde Anfang 1998 von Professor Dr. Berthold Koletzko und einem Kreis renommierter Wissenschaftler der Universitätskinderklinik der LMU München ins Leben gerufen. Im Kuratorium der Stiftung finden sich international angesehene Kinder- und Jugendärzte aus den USA, der Schweiz und Deutschland. Schirmherrin der Stiftung ist die Ärztin Dr. Irene Epple-Waigel, ehemalige Skirennläuferin, Ehefrau des ehemaligen Bundes-Finanzministers Dr. Theo Waigel und Mutter eines Sohnes.

 

„Die Vorbeugung gegen Gesundheitsprobleme bei Kindern und Heranwachsenden braucht eine solide wissenschaftliche Basis“, betont Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Unser Engagement gilt aber nicht nur Kindern mit besonderen gesundheitlichen Problemen. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen allen Kindern und ihren Familien zugute“.

 

Die Stiftung Kindergesundheit hat entsprechend ihrer Mission bereits eine Reihe wichtiger Initiativen zur Vorbeugung und Behandlung von kindlichen Erkrankungen auf den Weg bringen können: So engagiert sie sich unter anderem für die Allergieprävention, für die Ursachensuche und die Vorbeugung von Fehl- und Überernährung, für den Schutz der Kinder vor Tabakbelastung  sowie für die Verhütung von Infektionen und angeborenen Fehlbildungen.

 

Kampf gegen Allergien

Der Anteil allergischer Reaktionen liegt mittlerweile bei über 30 Prozent, zehn Prozent der Kinder in Deutschland haben unter Asthma zu leiden. Die Stiftung fördert die weltweit größte prospektive Studie zu Allergieursachen bei Kindern. Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI-Studie) untersucht seit 1996 den Einfluss verschiedener Faktoren wie Umwelt, Genetik und Allergie, auch die Allergien bis ins Schulalter.

 

Stopp dem Übergewicht!

15 Prozent aller Kinder gelten als übergewichtig, bei mehr als sechs Prozent besteht bereits eine regelrechte Fettsucht. Das von der Stiftung unterstützte Forschungsprojekt European Childhood Obesity Study untersucht in fünf europäischen Ländern die Wirkungen der Säuglingsernährung und anderer früher Faktoren auf späteres Übergewicht. Besonders intensiv werden dabei die Auswirkungen des Stillens auf die kindliche Gesundheit berücksichtigt.

Zur Verhinderung von Übergewicht entwickelte die Stiftung in einem multidisziplinären Netzwerk mit verschiedenen Partnern, darunter der AOK, das Vorschulprogramm „TigerKids – Kindergarten aktiv“. Professor Dr. Berthold Koletzko: „TigerKids ist ein praktikables Programm für mehr Bewegung und gesündere Ernährung in Kindergärten, das auch die Eltern mit einbezieht. Sie werden angeregt, ihren Kindern eine ausgewogene Pausenverpflegung in den Kindergarten bzw. in die Kindertagesstätte mitzugeben. Es wird zu Hause und in der Kindertagesstätte oder im Kindergarten auf Rituale beim Essen und eine gemütliche Atmosphäre bei Tisch geachtet“.

 

Das Programm hat sich in Bayern bereits bewährt, berichtete Professor Koletzko im Rahmen eines Benefiz-Dinners vor dem Förderkreis „Freunde der Stiftung Kindergesundheit“ in München: „Die Mehrzahl der beteiligten Kinder isst täglich zweimal Obst und bewegt sich mehr als eine Stunde täglich. Zudem lernen die Kinder, dass man Leitungswasser auch trinken kann“. Die EU-Kommission empfiehlt „TigerKids“ als eines von zwei europäischen Modellprojekten zu Übergewicht, Ernährung und körperlicher Bewegung. In Zusammenarbeit mit der AOK-Gesundheitskasse wird TigerKids seit kurzem bundesweit eingesetzt. Im Laufe dieses Jahres werden 5.000 Kindergartengruppen erreicht.

 

 

Runter mit den Pfunden!

Ebenfalls unter Mitwirkung der Stiftung entstand das Programm „PowerKids“ für Kinder im Schulalter. „Dieses Programm ist keine strickte Diät mit strengen Verboten, keine Reha-Kur für dicke Kinder und auch kein ‚Crash-Kurs’ zum Abnehmen“, unterstreicht Professor Koletzko: „PowerKids ist ein zwölfwöchiges verhaltenstherapeutisch orientiertes Trainingsprogramm für übergewichtige Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Es soll den Kindern spielerisch helfen, ihr Gewichtsproblem langfristig über eine Änderung ihrer Essgewohnheiten in den Griff zu bekommen. PowerKids kennt keine Strafen, sondern ist ein reines Belohnungssystem, bei dem keine Schuldgefühle entstehen sollen. Es setzt bei den Bedürfnissen der Kinder nach Spiel, Spaß und Selbstbestimmung an.“

 

 

Eltern stark machen!

Ein weiterer Problemkreis betrifft das hoch aktuelle Thema von Kindesmisshandlungen als Folge von gestörten Eltern-Kind-Beziehungen. Es geht dabei um Schreibabys, die ihre Eltern an den Rand der Verzweiflung treiben, um Kinder mit Schlaf-, Fütter- und Gedeihstörungen und um das daraus sich ergebende Risiko für Verzweiflungshandlungen und aggressiven Reaktionen. Als Fortbildung für Fachleute bietet die Stiftung Kindergesundheit Kinderärzten und anderen Therapeuten ein interaktives Fortbildungsprojekt „Regulationsstörungen in der frühen Kindheit“ an. Mit Hilfe einer CD mit einer großen Anzahl von Videobeispielen können die Fachleute ihre diagnostische und Beratungskompetenz erweitern.

 

 

Schluss mit dem Passivrauchen!

Zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) führt die Stiftung eine Nichtraucher-Kampagne durch. Für diese Kampagne werden in Zusammenarbeit mit der Agentur Serviceplan wirkungsvolle Plakate und Anzeigenmotive entwickelt. Eines dieser Plakate wurde kürzlich mit dem „Comprix Gold Award 2007“ für innovative Gesundheitskommunikation ausgezeichnet. Auf den ersten Blick bietet as schockierende Plakat ein eher harmloses Bild: ein niedliches Kleinkind mit einem Heiligenschein. Der zweite Blick macht schon stutzig: Der Glorienschein über dem Kopf des kleinen Engels besteht aus Zigarettenrauch. Und dann der verstörende Text: „Manche Kinder kommen früher in den Himmel“. Professor Koletzko: „Wir wollen damit zeigen, dass Passivrauchen keine harmlose Belästigung ist, sondern eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr. Wer unfreiwillig zum Mitrauchen gezwungen ist, ganz gleich ob Kind oder Erwachsener, hat nachweislich schwerwiegende Folgen für seine Gesundheit zu fürchten, Folgen, die in der Öffentlichkeit bisher extrem unterschätzt werden“.

 

Aufklärung der Öffentlichkeit

Die Stiftung vermittelt wissenschaftlich gesicherte Informationen zur Kindergesundheit durch ihre intensive Öffentlichkeitsarbeit. Sie greift Monat für Monat mit einem Newsletter aktuelle Themen auf und bringt so praktisch wichtige Informationen in die Öffentlichkeit. Die Internetseite der Stiftung und die von der Stiftung mitbetreuten Seiten von  http://www.schwangerundkind.de versorgen Schwangere und Eltern mit ärztlich gesicherten Informationen.

 

Aktive Freunde und Förderer

Der „Freundeskreis der Stiftung Kindergesundheit“ wurde mit der Intention ins Leben gerufen, die Stiftung in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und in der Beschaffung von Spendenmitteln zu unterstützen. Gemäß dieser Zielsetzung werden vom Freundeskreis der Stiftung Kindergesundheit Informations- und Benefizveranstaltungen durchgeführt, deren Erträge den Projekten der Stiftung zugute kommen. Mitglieder des Freundeskreises sind Einzelpersonen sowie Firmen und Körperschaften. Vorsitzende des Freundeskreises ist Frau Friedgard Irlbacher-Halter von der HypoVereinsbank AG.

 

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Stiftung veranstaltete der Freundeskreis ein Benefiz-Dinner im Gästecasino der HypoVereinsbank in München. Besondere Ehrengäste waren Schirmherrin Dr. Irene Epple-Waigel mit ihrem Mann Dr. Theo Waigel, die Filmregisseurin und Oscar-Preisträgerin Caroline Link, die sich als Botschafterin der Stiftung engagiert und die Ärztin und Autorin Dr. Marianne Koch, die kürzlich das stark beachtete Buch „Die Gesundheit unserer Kinder“ veröffentlicht hat (Deutscher Taschenbuch Verlag, € 15,00).

 

Warnung vor dem „Schnuller-Fernsehen“

In einer angeregten Podiumsdiskussion setzten sich Dr. Marianne Koch, Caroline Link und Professor Koletzko vor allem mit den Risiken der modernen Medienwelt für die seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auseinander. "Kein Fernsehen für Kinder unter drei Jahren!", forderte Dr. Marianne Koch. Die nach ihrer Filmkarriere langjährig praktizierende Internistin ist überzeugt: "Baby-TV macht dumm!". Ihr Hauptargument gegen das "Schnuller-Fernsehen": Kinder, die man in den ersten drei Lebensjahren Fernsehen lässt, verfügen laut Studien im Alter von sechs und sieben Jahren über eine deutlich schlechtere Auffassungsgabe als Kinder, die ohne Fernsehen aufgewachsen waren. Je länger kleine Kinder vor dem Bildschirm sitzen, desto stärker seien die Defizite, die sie in der Entwicklung ihrer geistigen und emotionalen Reife und ihrer Konzentrationsfähigkeit davontragen. Auch Frau Caroline Link folgerte, dass gerade jüngere Kinder mit vielen Fernsehbildern einfach überfordert sind.

 

Professor Koletzko bekräftigte erneut die bereits viel beachtete Warnung der Stiftung Kindergesundheit: „Das Fernsehgerät hat im Kinderzimmer nichts zu suchen!“ Seine Begründung: „Kinder und Jugendliche, die über ein eigenes Fernsehgerät in ihrem Zimmer verfügen, schauen häufiger und länger fern, lesen weniger und schlechter, versagen häufiger bei mathematischen Aufgaben und in Verständnis-Tests. Unkontrolliertes und übermäßiges Fernsehen schadet ihrer Gesundheit, beeinträchtigt ihre mentale Entwicklung und vermindert ihre Chancen auf einen schulischen Erfolg. Je früher und je länger Kinder vor dem Bildschirm sitzen, umso höher steigt das Risiko für Störungen ihrer gesunden Entwicklung“.

 

Die gelungene Wohltätigkeitsveranstaltung mit prominenten Gästen aus Kreisen von Wirtschaft, Wissenschaft und Medien erbrachte als Erlös aus den Spendengeldern eine Zustiftung zum Stiftungskapital von EUR 15.000 Euro. Herzlichen Dank!

 

Nachdruck kostenlos. Wir freuen uns über einen Beleg.

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HypoVereinsbank München, BLZ: 700 202 70

 

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