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Stiftung Kindergesundheit
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Kinder müssen vor dem Passivrauchen geschützt werden

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Passivrauchen schädigt die kindliche Gesundheit viel schwerwiegender als bislang angenommen.

Dies zeigte eine wissenschaftliche Dokumentation, die mit Hilfe des Bundesgesundheitsministeriums und der Stiftung Kindergesundheit vom Krebsforschungszentrum Heidelberg herausgegeben wurde.

  

Passivrauchen wirkt tödlich.

Beim ungeborenen Kind bewirkt Rauchen in der Schwangerschaft schwere Wachstumsstörungen, das Geburtsgewicht ist durch täglich 20 Zigaretten um etwa 400 g erniedrigt. Vermehrt treten Fehlbildungen, Fehl - und Totgeburten auf, die perinatale Sterblichkeit erhöht sich um 150 Prozent. Im späteren Säuglingsalter ist der gefürchtete plötzliche Kindstod ist 8-16fach häufiger. Später findet man bei Schulkindern, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten, gehäuft Übergewicht.

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Auch nach der Geburt sind Kinder gegen Tabakrauch besonders empfindlich, weil Organe und Immunsystem noch unreif sind. Die Schadstoffexposition durch Passivrauch ist bei Kindern viel höher, da sie bezogen auf ihr Körpergewicht wesentlich mehr Atemluft aufnehmen müssen als Erwachsene.

 

Rauchen in der Umgebung des Kindes schädigt nachhaltig das empfindliche kindliche Lungengewebe und fördert Asthma, schwere Atemwegsinfektionen (um 50-100 Prozent häufiger) und langfristig Lungenkrebs. Mittelohrentzündungen treten 2-3fach öfter und Hirnhautentzündungen 4-7fach öfter auf. Es kommt vermehrt zu Unruhe, Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen. Rauchen im Beisein von Kindern erfüllt also den Tatbestand der Körperverletzung.

 

Umso mehr beunruhigt, dass in Deutschland 60 Prozent der Kinder im Alter bis zu 6 Jahren in Raucherhaushalten leben. Tagtäglich werden 6 Millionen Kinder in diesem Land durch Tabakrauch geschädigt.

 

Was ist zu tun?

  • Aufklärung und Informationen zum Schutz vor dem Passivrauchen Medienkampagnen müssen auf die Gefahren des Passivrauchens für Kinder aufmerksam machen und schrittweise Bewusstsein und Verhalten der Menschen verändern. Es muss selbstverständlich werden, in Anwesenheit von Kindern nicht zu rauchen.
  • Rauchfreie öffentliche Einrichtungen Öffentliche Einrichtungen, in denen sich Kinder aufhalten, müssen generell rauchfrei sein. Dazu gehören Kindergärten, Schulen, Sportstätten, Einkaufszentren, Behörden, Gaststätten und Restaurants, Busse u. a. öffentliche Transportmittel.
  • Rauchverbot im Auto Die Schadstoffbelastung ist im Auto auf kleinem Raum besonders hoch. Wenn Kinder im Auto mitfahren, muss das Rauchen untersagt sein. Airbag und Anschnallpflicht, Kindersitz und Handyverbot im Auto sind heute selbstverständlich, da muss sich doch auch ein Rauchverbot durchsetzen lassen.
  • Beratungsangebote für Schwangere, Kinder und Jugendliche Qualitätsgesicherte Beratungsangebote zu den Folgen des Rauchens und effektive Entwöhnungsprogramme sind in Arztpraxen und Kliniken vor, während und nach der Schwangerschaft sowie in Schulen flächendeckend anzubieten, um die Gesundheit der Kinder und ihrer Eltern aktiv zu schützen.
  • Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen Die Raucherquote in Deutschland bleibt auf nahezu gleich hohem Niveau, das Einstiegsalter jugendlicher Raucher wird stetig jünger, und besonders bei jugendlichen Mädchen steigt die Raucherquote weiter an, zuletzt auf 45 %. Deshalb sind Maßnahmen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor der Sucht unverzichtbar. Dazu gehören insbesondere ein umfassendes Tabakwerbeverbot, verstärkte Warnhinweise auf allen Tabakprodukten, und die Abschaffung von Zigarettenautomaten, die Kindern und Jugendlichen überwiegend zur Beschaffung von Zigaretten dienen.

 

Öffentlichkeit und Gesetzgebung müssen handeln, denn ungeborene und geborene Kinder können ihr Recht auf gesunde Entwicklung nicht selbst verteidigen und sind auf den Schutz durch Dritte angewiesen.

Die gemeinnützige Stiftung Kindergesundheit setzt sich durch Forschungsförderung, Modellprojekte und Öffentlichkeitsarbeit für den Schutz der physischen und psychischen Gesundheit von Kindern ein.

 

Lesen Sie mehr über die Schädigungen des Passivrauchens in der, zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickelten, Broschüre: "Passivrauchende Kinder in Deutschland - Frühe Schädigungen für ein ganzes Leben."

 

Das Plakat: "Rauchring" können Sie sich hier als pdf-Datei kostenlos herunterladen.

 

Die Stiftung braucht auch Ihre Hilfe: Spendenkonto Nr. 520 55 520 bei der Hypovereinsbank München (BLZ 700 202 70).

 

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