
Die Vorteile des Stillens
Stillen ist für das Baby der beste Start ins Leben!
Es gibt aber nicht nur Vorteile für das Kind, sondern auch viele gute Gründe für die Mutter.
Vorteile für das Baby
Die Muttermilch enthält alles, was das Baby in den ersten sechs Monaten zum gesunden Wachsen benötigt.
Sie enthält Antikörper und Abwehrstoffe, die das Baby vor Infektionen schützen.
Das Kolostrum (die Vormilch der ersten 2 bis 4 Tage) ist besonders reich an Proteinen und Antikörpern.
Muttermilch ist besser verdaulich als Milchersatznahrung. Verstopfungen, Blähungen und Durchfälle werden reduziert.
Gestillte Babys sind weniger anfällig für Magen-Darm-Erkrankungen und Ohrentzündungen.
Das Risiko an Allergien oder Diabetes zu erkranken ist geringer.
Blutdruck und Cholesterinspiegel sind bei gestillten Babys niedriger.
Die Neigung zu Fettleibigkeit ist ebenfalls geringer.
Vorteile für die Mutter
Stillen schafft Nähe zwischen Mutter und Kind.
Durch das Stillen zieht sich die Gebärmutter zusammen, der Bauch wird schneller wieder flacher.
Die Mutter erhält schneller wieder die alte Figur, da beim Stillen Fettreserven in Energie umgewandelt werden.
Das Risiko an Eierstock-, Brustkrebs oder Osteoporose zu erkranken verringert sich.
Die Milch für das Baby ist jederzeit und überall steril und richtig temperiert verfügbar und das gratis!
Lesen Sie zum Thema Stillen auch den Newsletter der Stiftung Kindergesundheit.
Muttermilch macht Kinder schlau
Gestillte Kinder sind vor Infektionen gefeit, sogar weit über die Stillzeit hinaus. Muttermilch enthält eine Reihe von Abwehrstoffen, die miteinander zusammenwirken und Infektionen und Entzündungen verhindern können.
So ist das Risiko eines voll- oder teilgestillten Babys, an akuten Magen-Darm-Infekten zu erkranken, etwa vier- bis fünfmal geringer als von Kindern, die ausschließlich Flaschennahrung bekommen.
Studien, in denen gestillte und nicht gestillte Kinder hinsichtlich ihrer späteren Entwicklung verglichen wurden, haben außerdem gezeigt: Muttermilch hat positive Auswirkungen auf den Intelligenzquotienten des Kindes im späteren Alter. Erst kürzlich haben britische Forscher die Ergebnisse einer Studie mit 1.414 Menschen veröffentlicht. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen ihrer frühkindlichen Ernährungsform und ihren späteren Karrieren. Das Ergebnis: 58 Prozent der gestillten Babys erreichten später eine höhere soziale Position als ihre Eltern. Von den Flaschenbabys schafften das nur 50 Prozent. Je länger sie als Kind gestillt worden waren, umso besser entwickelten sich ihre späteren beruflichen Chancen.
Ein Grund für die Intelligenz fördernde Wirkung der Muttermilch liegt vermutlich an den in ihr enthaltenen unterschiedlichen Fetten, die zur Entwicklung des Gehirns des Babys beitragen. Dazu berichtete in Nürnberg Dr. Thomas Harder von der Klinik für Geburtsmedizin der Berliner Charité: „Es ist bereits seit den Siebziger Jahren bekannt, dass mit Muttermilch ernährte Kinder bessere Schulleistungen aufweisen als Kinder, die ausschließlich Fläschchennahrung erhielten. Ein unabhängiger positiver Effekt des Stillens auf die kognitive Entwicklung wird mittlerweile durch eine große Anzahl epidemiologischer Studien unterstützt. Eine randomisierte Studie zu dieser Frage zeigt, dass Stillen den kindlichen Intelligenzquotienten erhöht. Die Annahme, dass Stillen aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe der Muttermilch, wie z. B. langkettige ungesättigte Fettsäuren (LCPUFA), die in der Flaschennahrung gar nicht oder nicht in ausreichender Menge enthalten sind, diese Wirkungen ausübt, wird durch Befunde unterstützt, die zeigen, dass die Ergänzung von Formulanahrung mit LCPUFA zu einer verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit im Kindesalter führt“.
Eine besondere Rolle spielt die langkettige Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA). Hat sich die Mutter reichlich mit Fisch oder n-3 LCPUFA in der Schwangerschaft und/oder in der Stillzeit ernährt, lässt sich die signifikante Verbesserung der kindlichen Entwicklung bis zum Alter von acht Jahren nachweisen.
Ein von der EU gefördertes und der Kinderklinik der Universität München koordiniertes Komitee von über 50 Experten gab deshalb jetzt neue Empfehlungen heraus, in denen während der Schwangerschaft und der Stillzeit eine Nahrungszufuhr von durchschnittlich mindestens 200 mg Docosahexaensäure (DHA) pro Tag befürwortet wird. Das Komitee empfiehlt für schwangere und stillende Frauen den Verzehr von zwei Portionen fettem Fisch (z.B. Lachs oder Makrele) pro Woche.
Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit und Koordinator der europäischen Expertengruppe: "Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse den Ärzten klare Richtlinien für die optimale Omega-3-Zufuhr bei Schwangeren und Stillenden liefern. Wir hoffen außerdem, dass künftig möglichst viele werdende und junge Mütter diese Informationen beachten, um damit einen wichtigen Grundstein für die spätere gesunde Entwicklung ihrer Kinder zu legen“.
Alles rund um das Thema: Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Kindergesundheit finden Sie unter: www.schwangerundkind.de

